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Abhauen

Veröffentlicht am von Züleyha

Einfach wegzulaufen vom Elternhaus, von der Schule, von den täglichen Schwierigkeiten ist ein Wunsch, der viele Jugendliche in der Pubertät überkommt. Meist ohne es vorher geplant zu haben, machen sie sich auf den Weg. Oft nicht sehr weit, gehen sie zum Beispiel zu Freunden, bei denen sie auf der Luftmatratze übernachten. Oder sie packen ihren Rucksack, nehmen ihre Ersparnisse, trampen irgendwohin und kehren nach Hause zurück, wenn die Kleider verschmutzt sind oder das Geld verbraucht ist.

Läuft ein Jugendlicher weg, hat er Gründe dafür. Die können nicht nur sehr verschieden, sondern auch unterschiedlich schwerwiegend sein. Immer gilt es, ihnen nachzugehen. Nur so können mögliche Probleme, die zum Weglaufen führten, erkannt und dann gelöst werden.

Warum läuft ein Jugendlicher von zu Hause weg?

Der Ausreißer ist zurück, wie sollen sich Eltern verhalten?


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Warum läuft ein Jugendlicher von zu Hause weg?


Reißt ein Jugendlicher von zu Hause aus, geschieht dies in den meisten Fällen ungeplant. Das heißt, dass - oberflächlich gesehen - der Anlass des Weglaufens sehr gering gewesen sein kann. Bei näherer Betrachtung kann dann allerdings deutlich werden, dass dieser Anlass das so genannte I-Tüpfelchen war, das noch fehlte, um „das Fass zum Überlaufen“ zu bringen.

Natürlich kann es auch einfach Neugier sein, die den jungen Menschen in die weite Welt hinaustreibt. Weit häufiger gibt es aber andere Gründe, die ihn zum Ausreißen veranlassen. Entweder will er ein Zeichen setzen: - Schaut her, ich trau mich was, - ich lasse mir nicht alles gefallen, - ich brauche euch nicht.

Oder er flieht vor Schwierigkeiten: - Freunde oder Erwachsene sind gewalttätig geworden, - Probleme mit den Eltern sind zu heftig (zum Beispiel ver- und gebieten sie zu viel, der junge Mensch glaubt, nicht erwachsen werden zu dürfen, die Eltern streiten zu viel), - Schulprobleme (zum Beispiel schlechte Schulleistungen bis hin zu Schulversagen, Lernunlust, Mobbing), - Liebeskummer.

Für Eltern ist es im Allgemeinen bedrückend, wenn ihr Kind seinen Kummer durch Weglaufen zum Ausdruck bringt. Sie fühlen sich schuldig, wie gelähmt. Spätestens mit der Flucht ihres Kindes müssen sie feststellen, dass es offensichtlich nicht genug Vertrauen zu ihnen hat. Wäre es anders, wäre es nicht weg-, sondern hingelaufen, nämlich zu ihnen.

Betrachten Sie das als Anlass, die Familiensituation neu zu bedenken und zu diskutieren. Brauchen Sie dabei Rat und Hilfe, wenden Sie sich an eine Erziehungs- oder eine Familienberatungsstelle.


 

Rat und Hilfe vor Ort:


Der Ausreißer ist zurück, wie sollen sich Eltern verhalten?


Kehrt Ihr Kind nach seiner „Flucht“ nach Hause zurück, empfangen Sie es nicht mit einer Strafpredigt. Überschütten Sie es nicht mit Vorwürfen. Triumphieren Sie nicht, dass es reumütig wieder nach Hause gekommen ist.

Umarmen Sie Ihr Kind, sagen Sie ihm, dass Sie froh sind, dass es wieder da ist. Was es jetzt am dringlichsten braucht, sind Verständnis und Zuneigung seiner Eltern!

Liegt der Grund für das Weglaufen Ihres Kindes außerhalb der Familie, bedrängen Sie es nicht zu erzählen. Es wird von allein sprechen, wenn es so weit ist.

Ansonsten gibt es verschiedene Einrichtungen, die Ihnen oder Ihrem Kind helfen können. Das Jugendamt, Erziehungsberatungsstellen, Psychologen, auch Schulpsychologen sind derartige Anlaufstellen. Hier wird natürlich auch geholfen, wenn die familiäre Situation Ihr Kind zum Weglaufen veranlasste.

Wenn nicht reine Neugier und Abenteuerlust einen jungen Menschen zum Weglaufen von zu Hause veranlasste, kann seine Flucht als Hilferuf verstanden werden. Als Ausdruck für Worte, die er nicht sagen konnte. Als ein Versuch, Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Und durchaus auch als Versuch, den Eltern Angst zu machen. In der Hoffnung, dass sie über seine Beweggründe nachdenken, die ihn veranlasst haben wegzulaufen.


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