Für Ihn über Ihn..den anderen
Es war so hektisch in Studio. Die Leute liefen hin und her, der Fotograf war nicht in Sicht. Maske. Es war anstrengend so lange still zu sitzen. Das brachte die Gedanken zum fliegen, zum hin und wieder zurück rennen. Ich dachte an den Morgen. Mr B hatte mich angefleht nicht zu gehen. Ihn nicht zu verlassen. Ich hatte gesagt, dass ich ihn nicht verlassen würde, sondern nur zur Arbeit gehen würde. Und dabei hatte ich allen Grund. Wir hatten uns schon lange auseinandergelebt, er wollte es nur nicht wahr haben. Mr C hatte mich gebeten, noch einmal darüber nach zu denken. Ich hatte meinen Entschluss schon gefasst, aber jedes Mal, wenn ich Mr B gegenüber stand, seine flehenden Augen sah, konnte ich nichts sagen. Manches Mal dachte ich, dass er das extra machte. Dass er genau wüsste, dass ich nicht gehen kann, wenn er mich so ansieht. Aber ich musste gehen. Ich wusste nicht mehr weiter, konnte nicht mehr. Doch ich wusste auch noch nicht, wie und wann ich gehen konnte. Er musste aufhören mich so anzusehen. Ich sollte es ihm sagen. Heute morgen war ich neben ihm wach geworden. Er hatte mir den Rücken zugedreht. Wie immer. Doch sein Rücken hatte mich an jemanden anderes erinnert. Das tat weh. Und doch konnte ich nicht meine Finger von ihm lassen. Ich konnte nichts dagegen tun, dass ich mich an ihn kuschelte und die anderen Dinge, die nachts passierten. Er war immer noch so sanft, wie früher. Er küsste mich noch mit der gleichen Leidenschaft und Liebe. Seine Hände, seine Finger. Ich genoss es. Ich liebte es. Ich liebte ihn. Aber ich konnte nicht mehr, das musste er doch einsehen, es erkennen.
Die Maske war fertig, ich sah nicht schlecht aus. Jetzt ab in die Garderobe. Obwohl ich ja nicht viel anbekommen würde. Das Shooting sollte viel Haut zeigen. Aber das war mir ganz recht. Das pushte mein Ego.
Der Job lief gut. Das Haus war abgezahlt. Mit dem Studium war alles okay. Ich war fit, das Training war einfach. Ich war gut geworden. Mit meinem Freundeskreis war ebenfalls alles in Ordnung.
Doch Mr B. Der machte mir zu schaffen. Mr A und Mr C halfen mir nach Kräften. Aber so richtig helfen konnten sie auch nicht. Ich musste das alles beenden.
Und es war auch von mir nicht nett, an jemanden anderes zu denken, wenn ich Mr B´s Rücken ansah. Aber ich konnte nichts dagegen machen. Meine Liebe zu IHM hatte sich nicht verändert. Ich würde immer noch mein Leben für IHN geben. Aber es waren schon drei Jahre vergangen. Ich hatte nichts mehr von IHM gehört. Drei Jahre. Ich will nicht behaupten, dass ich Mr B nicht liebte. Aber es war anders. Wie mit Romeo und Julia. Mr B war mein Paris, ER war Romeo. Nur nicht mit dem Ende. Jedenfalls nicht so dramatisch. Es war vorbei, aber keiner war tot. Ich hatte mich zwar verändert, aber ich war nicht ganz tot.
Irgendwer sagte, ich sei fertig. Ich betrachtete mich im Spiegel. Meine langen, hellbraunen Haare fielen nur ein bisschen über meinen Rücken und die Schultern, der Rest war hochgesteckt. Meine Augen sahen verrucht böse aus. Meine Lippen waren blutrot. Meine Haut war blass geschminkt worden. Ich trug Highheels. Und einen Hauch von nichts. Ein bodenlanges Kleid aus schwarzer Spitze, das fast völlig durchsichtig war. Nur um die Hüfte rum nicht. Meine Brüste waren fest und straff. Sie saßen gut. Das Kleid stand mir gut.
Mechanisch wartete ich drauf, das mir wer sagte, was nun kam. Wahrscheinlich warteten wir immer noch auf den Herrn Fotograf.
Ich betrachtete mich noch eine Weile, dann setzte ich mich vorsichtig auf einen Stuhl, der neben dem Spiegel stand und nahm mein Buch zur Hand. Ein gutes Buch, es nahm mir den Bezug zur Wirklichkeit. Ich vergas mich darin. Konnte endlich mal wieder abschalten. Um mich herum summten die Leute ihren Beschäftigungen nach.
Und dann roch ich es.
Drei Jahre. So lange hatte ich das nicht mehr gerochen. Mein Herz raste. Spielte völlig verrückt.
Das konnte nicht wahr sein. Der Geruch war identisch, aber ER konnte es nicht sein. Da musste einer in diesem Raum von der doppelten Größe einer Turnhalle sein, der genau so roch, wie ER damals.
Ich versuchte mich wieder auf mein Buch zu konzentrieren. Den Geruch zu vergessen. Ihn herunter zu spielen. Was mir nach ein paar Minuten gelang. Das Buch verschlang nun mich, nicht ich das Buch.
Dann hörte ich IHN. Doch mein Unterbewusstsein, dass sich gut an den Schmerz erinnern konnte, verschloss mich vor der Stimme. Mein Unterbewusstsein, jahrelang im Verdrängen und Vergessen geschult, sagte mir, dass dort keine Stimme war. Nicht SEINE. Ich durfte mir keine Hoffnung machen.
Es war vorbei.
Eine dieser dünnen Helferinnen in einem Vitton-Kostüm trat an mich heran. Sie sehen alle so geschäftig aus, so als wären sie ganz wichtig. Zumindest fühlte sie sich so, als wären sie wichtig. Aber an jeder Straßenecke stand so eine. Alle waren sie ersetzbar.
„Der Fotograf ist da. Wir können anfangen.“
Ich schaute hoch zu ihr. Sie war blond und hatte blaue Augen, welch Wunder. Ich stand auf, sofort war eine der blonden Schönheiten bei mir, nahm die Schleppe des Kleides und half mir, es noch mal zu recht zu rücken. Ich atmete tief durch und trat aus dem kleinen abgesperrten Bereich heraus, der für mich war. Wenigstens das bekam ich inzwischen. So gut war ich schon.
Ich ging langsam in Richtung Kulisse.
Da war wieder dieser Geruch. Und die Stimme. Ich ignorierte es wieder. Ich stand mit dem Rücken zur Kulisse und wurde noch mal abgepudert, als...
„Hey. Du hast immer noch das Muttermal am Rücken.“
Ich erstarrte. Drehte mich langsam um. Sah IHN an.
„Hallo, Mr Love“, sagte ich wie versteinert. Sah IHN an. Sah Mr Love an.
Meine Mauern brökelten. Seine Augen. Sein Mund. Dieses Lächeln.
Er sah mich nur an. Sagte nichts, rührte sich nicht.
Zuletzt sah ich hinunter auf seine Hände. Wie liebte ich diese Hände.
Ich schwieg. Er schwieg. Die Ersetzbaren hinter und neben mir erstarrten. Sie sahen zwischen uns hin und her. Als ob es wie in diesen Filmen wäre. Diesen Liebesfilmen. Mit Happy-End. Die Hauptpersonen treffen sich. Dieser schrecklich magische Moment, wenn sie sich zum ersten Mal sehen. Beide erstarren, sehen sich an, und der Zuschauer weiß: „Das ist es.“ Aber das traf auf uns nicht zu, wir sahen uns nicht zum ersten Mal. Drei Jahre. Drei gottverdammte scheiß Jahre!
Eine der Ersetzbaren brach den Bann. „George?“
Er hatte seinen Namen geändert. Er hatte es gewagt sich nach dem Mann zu benennen, aus meinem Lieblingsbuch, den ich am meisten mochte. Er hatte es tatsächlich gewagt.
„Ist alles in Ordnung?“ Sie sprach ihn an, nicht mich. Er drehte sich leicht zu ihr. „Ja, Ann, alles in Ordnung.“ Sie war wohl seine persönliche Assistentin oder Sekretärin oder was auch immer. Er konnte sich keine Namen merken. Und sie sprach ihn direkt an. Ohne ein „Herr“ oder so. Ich drehte mich weg und ging mit schweren Schritten auf die Kulisse zu.
Wie früher. Er machte Fotos von mir. Ich vertraute ihm. Er wusste, wie er mich am besten zur Geltung brachte. Doch das war damals. Und nun stand ich wieder vor seiner Linse. Er würde mich knipsen, er war der Fotograf. Ich drehte ihm den Rücken zu. Atmete ein paar Mal tief durch. Beruhigte mich. Dachte: Komm schon, sei professionell, du schaffst das, dass ist kein Problem für dich, und er macht die besten Fotos von dir, sein froh, es werden deine besten Fotos werden, dieses Jahr. Dann drehte ich mich wieder zurück. Er hatte eine Kamera in der Hand. Ich nickte ihm zu. Wie jedem anderen Fotografen auch.
Und es begann. Fotos über Fotos, ich gab mein Bestes, er holte das Beste aus mir raus. Wie früher. Dann war es vorbei. Ich war wieder in meinem kleinen Raum.
Kristy, meine persönliche Assistentin und Planerin half mir aus dem Kleid und reichte mir meine normalen Klamotten. Blue Jeans, T-Shirt und Gürtel. Meine Handtasche lang noch auf dem Stuhl, neben dem Buch, wo ich sie zurück gelassen hatte.
Es klopfte, ich roch ihn.
„Lassen sie ihn herein, Kristy. Dann können sie sich für heute frei nehmen.“
Zu mir sagte sie, während sie ihre Sachen nahm: „Danke. Einen schönen Abend noch“ und zu ihm gewandt sagte sie, nachdem sie die Tür geöffnet hatte: „Kommen Sie herein und auf
Wiedersehen.“ Dann ging sie, schloß die Tür sorgsam und ließ mich mit ihm allein.
Wir standen uns gegenüber und sahen uns an. Die Blicke glitten über jeden Zentimeter unserer Körper, über die vielen ach so vertrauten Details. Seine Hände, meine Haut kribbelte, mein Herz schlug schneller. Diese Hände. Diese Haut. Ich wussste, wie weich sie war, wie weich sie sein würde, wenn ich sie berühren würde. Ich bewegte mich nicht.
Wir schwiegen. Fünf Minuten. Zehn.
„Du bist immer noch so fotogen wie früher. Es sind die perfekten Fotos.“
„Danke.“
Schweigen. Erneut.
„Lass uns was trinken gehen. Oder zu mir. Ich wohn drei Straßen weiter.“
Ich wusste, dass, wenn ich mit ihm zu sich gehen würde, alles so werden würde wie früher. Ich würde die Kraft finden Mr B zu verlassen, aber ich würde nicht die Kraft finden, mich von Mr Love los zu sagen. Wenn wir in eine Bar gehen würden, würden wir reden. Uns nicht verstehen. Wir konnten immer nur im Stillen reden. Wenn wir sicher und geborgen waren. Wenn wur uns selber bargen. Wie schon gesagt: Früher.
Ich sah ihn an. In seine Augen. Ich konnte nicht anders. „Okay. Zu dir.“ Ich sollte langsam echt aufpassen, ich sollte Augen meiden. Das ist gefährlich für mich.
Wir gingen schweigend hinaus, den Weg zu ihm, er schloss schweigend auf und machte auch schweigend den Wein auf, nachdem er mich hereingebeten und aufs Sofa gewiesen hatte. Ich hatte mich gesetzt. Bequem, weich. Gut zum... Ich verbot mir diesen Gedanken.
Er reichte mir ein Glas. Mein Lieblingswein. Wie früher. Wir stießen an, dabei sah er mir tief in die Augen.
„Auf den Fotos an den großen Plakatwänden oder oben auf den Häusern siehst du anders aus. Ich hab dich nicht erkannt. Erst, als zu vor mir standest. Du hast einen Künstlernamen angenommen.“
„Ja.“, sagte ich leise.
„Elizabeth Trebond. Ich hätte drauf kommen können. Deine beiden Lieblingsfiguren deiner Lieblingsbüber. So einfach. Aber ich hab nichts gemerkt.“
„Das hast du nicht.“, erwiederte ich. Ich konnte meinen Blick nicht von ihm wenden. Er war perfekt. Einfach nur er. Ich begriff, dass ich ihn mehr liebte als früher und das erschreckte mich sehr. Das konnte doch nicht sein, nach drei Jahren.
„Aber du hast mich auch nicht erkannt.“
„Stimmt, erst als ich vor dir stand. Vorher hab ich dich aber gerochen und gehört. Ich wollte es nicht wahr haben.“
„Ich weiß. So warst du schon immer. Das, was du nicht hören, glauben oder wahrnehmen willst, gibt es einfach nicht. Wie damals als du Schluss gemacht hast. Du hast mir damals nicht geglaubt.“
Ich wusste, dass dieses Thema früher oder später kommen musste, aber dass er so früh damit kam, konnte ich nicht erahnen. Ich hatte keine Chance. Mein Mund war schneller, als mein Hirn: „Du hast damals alles kaputt gemacht.“ So viele „früher“ und „damals“. Und kein Heute.
„DU hast Schluss gemacht!“
„Und du hast mich betrogen.“
„Es war ein verdammter Kuss, und es war ein Theaterstück. Warum das einer fotografiert und dir geschickt hat weiß ich doch auch nicht!“
Ein Wort ergab das nächste. Ich antwortete ihm mit Wut in den Augen und dabei erinnerte ich mich, dass er es geliebt hatte, wenn ich wütend war. Dann war er leidenschaftlich über mich gekommen. Es war immer dann am Besten. Und auch diese Erinnerung verbot ich mir.
„Aber du hast es mir nie gesagt. Auch nachdem ich das Foto hatte, hast du dich nie entschuldigt, dass du es mir nicht gesagt hast. Ich konnte dir nicht mehr vertrauen. Ich weiß, wie gut Jay darin ist, jemanden zu verführen. Ihn sich zu krallen, ohne dass er es merkt. Ich weiß das. Mein Gott. Ich hatte dich verloren, glaubte ich damals. Du hast es nie abgestritten.“
„Ich hab dir alles erklärt, in den Briefen, die du immer weggeworfen hast. DU hast den Kontakt abgebrochen.“
„Aber nur, weil du mir weh getan hast. Du hast deine Versprechen gebrochen. Und nicht nur eins. Dass du mir nicht bewusst wehtust. Dass du immer ehrlich bist. Dass du immer da bist. Keins von denen hast zu gehalten.“
„Zwei hab ich aber gehalten. Dass ich dich immer lieben werde und dass ich dir treu bin.“
„Die ganzen drei Jahre hast du...?“
„Ja, habe ich. Wie könnte irgendwas dir gleichkommen. Ich war süchtig danach. Nach dir, weil es so wunderschön war. So perfekt. Wie könnte ich dich vergessen? Keine andere auf der Welt hätte mir das geben können. Und jetzt sitzt du hier. Mit wütenden Augen. Nachdem ich dich fast nackt fotogrfieren durfte.“
„Ja, jetzt sitze ich hier.“
Er breitete die Arme ein wenig aus.
„Nimm mich in den Arm und sag, dass es wie früher wird.“
„Ich bin mit Mr B zusammen.“
„Ich weiß. Steht in der Presse. Er ist berühmt, das was er immer wollte. Aber dich hat er verloren. Das sehe ich in deinen Augen. Was hat er dir angetan?“
„Er hat mir wehgetan.“
„Und trotzdem bist du noch bei ihm?“
„Ja, trotzdem immer noch.“
„Warum?“
„Weil ich nicht gehen kann.“
Er stand auf, um sich Wein nach zu schenken. Ich hatte meinen nicht angerührt. Er stand da. Es kostete mich meine ganze Willenskraft und meinen ganzen Wiederstand, nicht auf ihn zu zu rennen, das Glas weg zu fegen und ihn zu umarmen. Drei Jahre hatte ich gewartet, ihn wieder zu sehen. Drei Jahre. Ich war verrückt nach ihm, ich liebte ihn. Und doch konnte ich nicht. Ich hatte Angst.
„Ich hab Angst.“, sagte ich also.
„Wovor?“ Er stand immer noch da.
„Dass es wieder wehtut, dass du mich noch einmal verlässt.“
„Ich kann dir versprechen, dass ich das nie wieder tun will. Aber jeder stirbt mal, oder so.“
Ich stand auf. Ging ihm entgegen. Er breitete die Arme aus.
Ich blieb stehen.
Er wartete.
Wie lange würde er warten?
Ich wusste es nicht.
Ich ging einen weiteren Schritt.
Ich wusste, wenn ich jetzt in seinen Armen liegen würde, wäre alles wie früher. Ich liebte ihn, er mich. Ganz einfach.
Doch, würde mir das guttun, würde ich das überleben? Würde mich das glücklich machen?
Ich warf mich in seine Arme.
Er umfasste mich fest, hob mich hoch und ging mit mir in einen anderen Raum. Ich wusste nicht, wohin. Ich sah nichts. Ich berührte nur seine Haut und roch IHN. Alles andere war egal. Zumindest jetzt grade. Mr B? Wer war das? Nur noch Mr Love. Ich müsste das klarstellen. Aber nicht jetzt, nicht jetzt. Egal. Nur noch Mr Love.
Er legte mich aufs Bett. Legte sich daneben. Sah mich an. Tief in die Augen. Tiefer.
Ich konnte meine Augen nicht von den seinen wenden. Und ich wollte es auch gar nicht.
„Ich hab jeden Tag an dich gedacht. Ich hab dich schrecklich vermisst.“
„Ich dich auch.“, erwiederte ich mit Tränen in den Augenwinkeln.
Ganz langsam neigte er sein Gesicht zu mir. Rutschte noch ein wenig ran. Nahm meine Hand in seine. Wie ich mich nach der Haut seiner Hände gesehnt hatte. Wie ich mich nach seinen warmen, zarten und wunderschönen Händen gesehnt hatte. Ich beugte mich langsam vor. Ich streichelte seine Hände, diese Haut, sie war meine Droge. Er war meine Droge, und ich wollte keinen Entzug.
Er kam näher.
Dann...! Alles in einem Augenblick!
Er küsst mich. Ganz sanft. Doch ich merke, wie er sich beherrschen muss. Sein angespanter Körper verrät mir, dass er erregt ist. Doch er will auf mich aufpassen. Er ist sanft, zärtlich. Seine Leidenschaft merke ich trotzdem. Gerade die liebe ich so. Er beißt mir vorsichtig auf die Lippen. Ich könnte so über ihn herfallen. Doch auch ich beherrsche mich. Er bemerkt meinen vor Leidenschaft angespannten Körper. Er weiß, dass auch ich mich beherrschen muss. Aber er lässt sich nicht frei. Er lässt mich nicht frei. Ich muss mich weiter beherrschen. Er spielt mit mir. Sanft entledigen wir uns der Klamotten. Wir sind nackt. Berühren uns. Beherrscht und vorsichtig. Dann ist es soweit. Es ist viel besser als früher. Um Weiten, um Längen. Tausendmal. Wir bewegen uns. Zuerst langsam. Doch dann können wir beide einfach nicht mehr. Es geht mit uns durch. Nach drei Jahren. Endlich wieder. Wir lassen alles fallen. Keine Beherrschung mehr, keine Vorsicht. Wir wollen uns. Wir nehmen uns das, was wir wollen.
Danach liegen wir dort. Unter dem Laken.
Wie früher. Alles so wie früher. Ich bin dankbar. Zufrieden. Glücklich und voll von Liebe.
Dann erwache ich. Sehe die leere Bettseite und weiß, dass ich allein bin. Nur ein Traum.